Vor dem Regal mit den Sonnenschutzmitteln schauen fast alle auf dasselbe: die Zahl. LSF 30, LSF 50, LSF 50+. Und danach entscheiden sie sich.
Das Problem ist, dass der Lichtschutzfaktor nur angibt, wie viel Schutz du hast, nicht aber, ob das Produkt auf deiner Haut wirkt. Zwei Sonnenschutzmittel mit dem gleichen Lichtschutzfaktor 50 können sich völlig unterschiedlich verhalten: Bei dem einen glänzt dein Gesicht schon nach zwei Stunden, beim anderen merkst du gar nichts. Das eine verursacht Juckreiz, wenn du Rosazea hast, das andere nicht.
Was diesen Unterschied ausmacht, sind drei Dinge, auf die fast niemand achtet: die Filterart, die Textur und die Oberflächenbeschaffenheit. Darum geht es in diesem Leitfaden.
Mineralfilter oder chemischer Filter
Dies ist die Abzweigung, die das Ergebnis am stärksten beeinflusst und auf der Verpackung am wenigsten erläutert wird.
Mineralfilter (oder physikalische Filter)
Sie tragen Zinkoxid o Titandioxid. Sie bleiben auf der Haut zurück und bilden eine Schicht, die die Strahlung reflektiert und streut.
- Dafür: Sie bieten Schutz, sobald man sie aufträgt – ohne Wartezeit. Sie werden von empfindlicher Haut am besten vertragen, da sie nicht in die Epidermis eindringen und somit das Risiko von Reizungen geringer ist. Zinkoxid hat zudem eine beruhigende Wirkung, die bei geröteter Haut sehr wohltuend ist.
- Dagegen: Der klassische weißliche Schleier. Dank mikronisierter Partikel ist dieser bei den neuen Formeln deutlich geringer geworden, bei mittleren und dunklen Hauttönen jedoch weiterhin wahrnehmbar. Sie sind in der Regel deckender.
- Für wen: empfindliche Haut, atopische Haut, Rosazea, Kinderhaut, frisch behandelte Haut (Peelings, Laser, Säuren).
Chemische (oder organische) Filter
Sie absorbieren die Strahlung und wandeln sie in Wärme um, die von der Haut abgegeben wird.
- Dafür: Sie haben eine viel leichtere Textur, verschmelzen spurlos mit der Haut und verändern den Hautton nicht. Dank ihnen ist es möglich, jeden Tag Sonnenschutz unter dem Make-up aufzutragen.
- Dagegen: Sie benötigen vor der Sonnenexposition 15 bis 20 Minuten, um ihre Wirkung zu entfalten. Bei sehr empfindlicher Haut können sie ein Kribbeln verursachen, insbesondere im Bereich der Augen.
- Für wen: normale Haut, fettige Haut, täglicher Gebrauch in der Stadt, unter dem Make-up, beim Sport.
Kombinierte Filter
Die meisten hochwertigen Formeln kombinieren beides, um die Vorteile beider Komponenten zu nutzen: die Leichtigkeit der chemischen Inhaltsstoffe und die stärkende Wirkung der mineralischen Inhaltsstoffe. Wenn du keine besonders empfindliche Haut hast, sind sie in der Regel die angenehmste Wahl.
Achtung vor der häufigsten Verwechslung: Ein mineralischer Filter ist nicht dasselbe wie ein Sonnenschutzmittel, auch wenn diese Begriffe oft synonym verwendet werden. Wir erklären dies ausführlich unter Sonnenschutzmittel oder Sonnencreme.

Textur und Oberfläche
Ein Schutz, der dir nicht gefällt, landet in der Schublade, und ein Schutz in der Schublade schützt überhaupt nicht. Die Haptik ist keine ästhetische Laune, sondern entscheidend dafür, ob man sich daran gewöhnt.
| Textur | Sensation | Passt gut zu |
|---|---|---|
| Gel / Gel-Creme | Sehr leicht, zieht schnell ein, trockene Haptik | Fettige Haut, feuchtes Klima, Männer |
| Flüssigkeit / Emulsion | Leicht, natürliche Optik | Normale und Mischhaut, tägliche Anwendung |
| Creme | Umhüllend, mit feuchtigkeitsspendender Wirkung | Trockene Haut, reife Haut, Körper |
| Stick | Fest, direkt anzuwenden | Erneut auf das Make-up, die Augenpartie, die Nase und die Ohren auftragen |
| Spray / Nebel | Sehr leicht, ungleichmäßige Deckkraft | Körper, schnell nachtragen (niemals als einzige Schicht im Gesicht) |
| Farbig | Deckt ab und gleicht den Teint aus | Die Grundierung austauschen, Rötungen kaschieren |
Die Ausführung wird separat ausgewählt: Matte Wenn deine T-Zone glänzt, glänzend oder seidenmatt Wenn du trockene Haut hast und der Matte deine feinen Fältchen betont.
Was Ihre Haut braucht
Fettige Haut und zu Akne neigende Haut
Was du suchst: chemischer oder Kombinationsfilter, Textur Gel oder Gel-Creme, Etikett ölfrei y nicht komedogen, mattes Finish.
Was Sie vermeiden sollten: dickflüssige Cremes, okklusive Texturen und Mineralöle, die in der INCI-Liste ganz oben stehen.
Das Schlüsselwort lautet nicht komedogen: Das bedeutet, dass die Formel darauf getestet wurde, die Poren nicht zu verstopfen. Das ist zwar keine absolute Garantie, aber der zuverlässigste Anhaltspunkt, den du hast. Wenn du genau verstehen möchtest, was dieses Label aussagt und warum es nicht unfehlbar ist, gehen wir in Was ist Komedogenität?.
Eine kontraintuitive Anmerkung: Auch fettige Haut braucht Feuchtigkeit. Viele mattierende Produkte trocknen die Haut zu sehr aus, und eine dehydrierte Haut reagiert darauf mit einer noch stärkeren Talgproduktion. Wenn dir das passiert, schau mal nach wie man fettige Haut pflegt.
Empfindliche Haut, atopische Haut oder Haut mit Rosazea
Was du suchst: Mineralfilter 100%, cremige oder flüssige Konsistenz, parfümfrei, alkoholfrei, kurze Zutatenliste. Reines Zinkoxid ist die sicherste Wahl.
Was Sie vermeiden sollten: reine chemische Filter, zugesetzte Duftstoffe, alkoholhaltige Sprühprodukte.
Wenn deine Haut mit Rötungen oder Juckreiz reagiert, ist das Mineral nicht nur eine gute Wahl, sondern genau das Richtige. Und wenn du Reaktionen bemerkt hast, die du keinem bestimmten Produkt zuordnen kannst, dann in Wie man Allergien gegen Make-up vermeidet Wir erklären, wie man den verantwortlichen Inhaltsstoff identifizieren kann.
Trockene Haut und reife Haut
Was du suchst: Textur Creme, strahlendes Finish und Formeln mit integrierten feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen: Hyaluronsäure, Glycerin, Ceramide.
Was Sie vermeiden sollten: mattierende Gele und matte Finishes, die die Mimikfalten betonen.
Bei reifer Haut dient Sonnenschutz nicht mehr nur der Vorbeugung. Er ist mit Abstand das Kosmetikum, für das es die meisten wissenschaftlichen Belege hinsichtlich der Vorbeugung von Falten und Hauterschlaffung gibt. Es lohnt sich, nach Formeln Ausschau zu halten, die einen Sonnenschutzfilter mit pflegenden Wirkstoffen kombinieren. Was Sie bei Feuchtigkeitscremes in der INCI-Liste beachten sollten: Glycerin in der Kosmetik.
Mischhaut
Was du suchst: Flüssigkeit oder Gel-Creme natürliche Optik, Kombinationsfilter.
Anstatt zwei Produkte zu kaufen, ist es oft praktischer, ein Produkt mit mittlerer Deckkraft zu wählen und nur in der T-Zone gegen Vormittag mit mattierendem Puder nachzuarbeiten. Wenn du den Unterschied zwischen den verschiedenen Pudern noch nicht ganz verstanden hast, erklären wir ihn dir unter kompaktes, durchscheinendes Puder.
Weitere konkrete Richtlinien finden Sie unter So pflegst du Mischhaut.
Haut mit Flecken oder Melasma
Was du suchst: Mineralfilter mit Schutz vor sichtbarem Licht, das normalerweise im Format farbig (Eisenoxidpigmente sind es, die das sichtbare Licht blockieren.) Immer SPF 50+, ohne Ausnahme.
In diesem Fall dient die Sonnencreme nicht mehr der Vorbeugung, sondern der Behandlung: Ohne sie nützt jedes Mittel zur Aufhellung der Haut nichts. Wir gehen darauf ein in Melasma und Chloasma und in Sonnenflecken.
Auch dein Hauttyp spielt eine Rolle
Der Hauttyp (fettige, trockene, Mischhaut) bestimmt die Textur. Dein Hauttyp bestimmt den Faktor.
Das sind zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden: Man kann sehr fettige Haut haben und trotzdem schon nach zwanzig Minuten einen Sonnenbrand bekommen. Die Menge an Melanin, die du produzierst, bestimmt, wie viel Schutz du benötigst, und das wird anhand der Fitzpatrick-Skala gemessen. Wenn du deinen Hauttyp nicht kennst, fang einfach damit an, die Fitzpatrick-Skala oder durch Was ist der Hauttyp?.
Als kurze Übersicht: Hauttypen I bis III: immer LSF 50+. Hauttypen IV bis VI: mindestens LSF 30 im Alltag und LSF 50 bei intensiver Sonneneinstrahlung. Und wenn du wissen möchtest, was diese Zahl eigentlich bedeutet, Was ist der Lichtschutzfaktor?.
Jetzt ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen
Sobald Filtertyp und Textur feststehen, ist die Auswahl eines bestimmten Produkts ganz einfach.
Wir haben unsere sieben Empfehlungen für hochwertige Grundstücke zusammengestellt, mit Optionen für jeden der in diesem Leitfaden beschriebenen Fälle, unter Die besten Sonnenschutzmittel für diesen Sommer. Und du kannst dir das Vollständiger Katalog der Grundstücke im Laden.
Noch eine letzte Sache: Was auch immer du nach dem Sonnenbad tust – die Haut muss sich erholen. Was du verwenden solltest und warum, After-Sun-Pflege oder Aloe Vera.
Häufig gestellte Fragen
Ist mineralischer oder chemischer Sonnenschutz besser? Bei gleichem Lichtschutzfaktor (LSF) bietet keine der beiden Varianten einen besseren Schutz als die andere. Mineralische Sonnenschutzmittel sind bei empfindlicher Haut, atopischer Haut oder Rosazea vorzuziehen, da sie weniger Reizungen verursachen. Chemische Sonnenschutzmittel sind im Alltag angenehmer, da sie keinen weißen Film hinterlassen. Die meisten aktuellen Formeln kombinieren beide Wirkstoffe.
Verhindert nicht komedogener Sonnenschutz Akne? Es verhindert, dass die Formel die Poren verstopft – was eine der Ursachen für Hautunreinheiten ist –, behandelt Akne jedoch nicht. Es ist eine Voraussetzung, um die Akne nicht zu verschlimmern, aber keine Behandlung.
Kann ich dieselbe Sonnencreme für Gesicht und Körper verwenden? Das geht zwar, ist aber nicht ideal. Körperpflegeprodukte sind in der Regel dickflüssiger und neigen eher dazu, Mitesser zu verursachen, während Gesichtspflegeprodukte zu teuer sind, um den ganzen Körper damit einzureiben.
Wie kann ich verhindern, dass mein mineralischer Sonnenschutz mein Gesicht weiß färbt? Suche nach Produkten mit mikronisiertem Zinkoxid, trage sie in dünnen Schichten auf und lass sie zwischen den einzelnen Schichten einziehen, oder wechsle zu einem Mineralpuder, dessen Farbton zu deinem Hautton passt.
